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Laufbahn

Ich bin am 10. August 1993 in Waidhofen an der Thaya geboren und lebte in meiner Kindheit in Maissau. Ich besuchte in Maissau die Volksschule und beendete nach 4 Jahren die Hauptschule in Ravelsbach. Bereits als Kind war ich sportlich sehr engagiert und nahm an zahlreichen Skirennen für Kinder oder bei Vereinsmeisterschaften des Skiclubs Ravelsbach teil.

Nach der Hauptschule entschied ich mich die Fachschule für Maschinenbau an der HTL Hollabrunn zu besuchen.


Im Alter von 13 Jahren hat sich mein Leben jedoch schlagartig geändert!

Nenne man es einen kindlichen Streich oder jugendlicher Leichtsinn – es ist nun mal passiert. Ich habe mit einem Freund gemeinsam, versteckt in der Garage, einen riesigen Böller bauen wollen. Wir haben das Pulver von 50 “Piraten“ (Knallkörper) in ein Rohr gefüllt, um dieses mithilfe einer Lunte zu zünden.

Aus dem eigentlichen Spaß und der Vorfreude auf den großen Knall wurde ein schwerer Unfall.

Irgendwie muss ein Funke entstanden sein und dieser Böller explodierte in meiner linken Hand. Einige Teile trafen auch mein Gesicht und meinen Oberschenkel, jedoch konnte man im AKH meine linke Hand nicht mehr retten und sie wurde mir amputiert.

Wie es mir zu diesem Zeitpunkt psychisch ging brauche ich, glaube ich nicht näher erklären. Nach dem Spitalsaufenthalt im AKH verbrachte ich 6 Wochen REHA am Weißen Hof. Diese Zeit war für mich und meine Familie eine sehr schwere.

Irgendwie, entweder aufgrund von Zeitungsartikeln oder mündlicher Weitergabe, erfuhr der NÖ Versehrtensportverband von meinem Schicksal. Bereits im August 2007 wurde ich zu einem Jugendtag des NÖVSV nach St. Pölten eingeladen.

Dieser Tag änderte mein Leben und meinen seelischen Zustand wie kein anderer. Ich habe dort Kinder und Jugendliche mit deutlich schlimmeren Amputationen kennen gelernt, denen es von der Behinderung her noch schlechter ging als mir und ich habe auch Weltmeister und Paralympicsieger getroffen, die trotz Amputation durch die ganze Welt reisen und professionell Sport betreiben.

Da ich von klein auf sehr sportbegeistert war, hatte der NÖVSV mir großzügigerweise ein Mountainbike zu Verfügung gestellt, welches so umgebaut ist, dass ich trotz meines Handicaps ohne Probleme einhändig schalten und bremsen kann.

Unser Präsident Ing. Markus Traxler erfuhr von meiner Vorliebe zum Skirennlauf und ich wurde bereits 2007 zu Kursen eingeladen. Seit 2008 gehöre ich zum Skikader des NÖVSV und durfte bereits große Erfolge feiern.

Meine sportliche Betätigung war und ist maßgeblich daran beteiligt, dass es mir auch seelisch schnellstmöglich viel besser ging. Ich schloss das 1. Jahr Fachschule für Maschinenbau so gut ab, dass ich in meinem 2. Schuljahr gleich in die höhere Stufe, der HTL für Maschinenbau (mit Matura) aufgenommen wurde.

2012 beendete ich die 5. Klasse und bestand die Matura mit gutem Erfolg, momentan studiere ich an der Technischen Universität in Wien, Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau. Seit Februar 2015 bin ich im Sportkader Finanz (Zoll) und verrichte meinen Dienst in Hollabrunn.

Ich bin deshalb so stolz darauf, da mein schulischer Erfolg trotz meinem Engagement im Sport möglich ist.

In der Saison 2012/13 qualifizierte ich mich für die Weltmeisterschaft in La Molina, wo ich im Teambewerb die Goldmedaille gewann. Weiters konnte ich bei den Paralympics in Sochi 2014 mit zwei 7. und einen 9. Platz aufzeigen. Nach der nicht nach Wunsch verlaufen Weltmeisterschaft in Panorama (Kanada), liegt mein Fokus schon wieder auf den anstehenden Rennen in diesem Winter.

Im Sommer trainiere ich täglich (bis zu 12 Trainingseinheiten in der Woche), um meinen Körper optimal für den Winter vorzubereiten. Mein Glück ist es nur, dass meine Hobbys dieselben sind wie jene Aufgaben die mir meine Trainer stellen.